SIEM-Systeme: Balance zwischen IT-Sicherheit und Datenschutz
Geschrieben von Laura Stöhr, veröffentlicht am 07.05.2025Security Information and Event Management (SIEM)-Systeme sind aus der modernen IT-Sicherheitsarchitektur kaum noch wegzudenken. Sie erfassen und analysieren sicherheitsrelevante Ereignisse aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit, um Angriffe oder Systemauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Damit tragen sie wesentlich zur Gefahrenabwehr bei – gleichzeitig rücken sie aus Datenschutzsicht in den Fokus.
Denn: SIEM-Systeme verarbeiten häufig personenbezogene Daten – etwa IP-Adressen, Nutzerkennungen oder Zeitstempel –, die unter die DSGVO fallen. Besonders kritisch wird es, wenn diese Daten unbemerkt umfangreich gesammelt und dauerhaft gespeichert werden. Unternehmen sind daher verpflichtet, klare Zweckbindungen, Speicherfristen und Zugriffskonzepte zu definieren sowie technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) umzusetzen.
Ein weiteres Thema ist die Transparenz gegenüber Mitarbeitenden: Werden deren Aktivitäten mitprotokolliert, kann dies arbeitsrechtlich problematisch sein – etwa bei der Leistungs- oder Verhaltenskontrolle. In solchen Fällen sind Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats zu beachten und entsprechende Informationspflichten gegenüber den Betroffenen umzusetzen.
SIEM-Systeme bieten also ein hohes Sicherheitsniveau, erfordern aber eine sorgfältige datenschutzrechtliche Bewertung. Richtig implementiert, stellen sie so eine effektive Möglichkeit dar, IT-Infrastrukturen zu schützen, ohne Datenschutzrechte zu verletzen.
Sprechen Sie uns gerne an, bei Fragen zu SIEM-Systeme: Balance zwischen IT-Sicherheit und Datenschutz


Laura Stöhr,
Juristin mit Schwerpunkt Datenschutzrecht. Sie unterstützt unsere Consultants durch wissenschaftliche Arbeit zu aktuellen rechtlichen Fragestellungen.
Auf unserem Blog schreibt sie über Themen rund um Datenschutz, die KI-Verordnung und Informationssicherheit.
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