ChatGPT und Datenschutz

Geschrieben von Julia Martens, veröffentlicht am 11.09.2023

ChatGPT ist ein Durchbruch in Richtung Künstliche Intelligenz, welcher es ermöglicht, basierend auf dem Deep-Learning-Prinzip natürlichsprachliche, menschenähnliche Dialoge zu generieren. Dabei kann das Programm auf eine Vielzahl von Texteingaben reagieren und kontextuell relevante Antworten erzeugen. ChatGPT greift dabei auf eine unendliche Anzahl von Texten und Informationen zu, welche im Internet frei zugänglich sind. Es ist deshalb grundsätzlich nicht auszuschließen, dass auch sensible personenbezogene Informationen verarbeitet werden und die künstliche Intelligenz somit nicht nur für Chancen in vielen Bereichen der Arbeitswelt, sondern ebenso für enorme Risiken aus datenschutzrechtlicher Sicht sorgt. 

Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten kann das Tool innerhalb weniger Sekunden bei der Beantwortung einzelner Fragen und Übersetzungen komplexer Texte eine enorme Zeitersparnis bringen. Die meisten Anwendungen von ChatGPT erfordern keine personenbezogenen Informationen, sodass in diesen Fällen eine Anonymität der Nutzer gewahrt bleibt. Gleichzeitig muss jedoch der Datenschutz bei der Nutzung von ChatGPT innerhalb einer Firma erhalten bleiben. Letztendlich ist es wichtig, ChatGPT mit einem klaren Verständnis der Datenschutzrisiken zu nutzen und Sicherheitsvorkehrungen sorgfältig umzusetzen.

Da das Tool ChatGPT auf Basis von großen Mengen an Daten aus dem Internet trainiert wird, sollte bei der Verwendung uneingeschränkt darauf geachtet werden, keine personenbezogenen Daten bzw. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse weiterzugeben. Vor der Verwendung und Übertragung von Fragen oder ähnlichen Textbausteinen sollte deshalb streng darauf geachtet werden, dass Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder sonstige Informationen, welche einen Personenbezug herstellen könnten, entfernt werden. Mithin ist bei der Anmeldung im Tool ChatGPT zu beachten, dass die Mitarbeitenden sich vor der Verwendung mit einer E-Mail-Adresse anmelden müssen. Es ist deshalb wichtig darüber zu informieren, dass diese E-Mail-Adressen durchaus Inhaber-gebunden und somit auch personenbezogen sein können.

Einige potenzielle Risiken im Überblick

  • Datenerhebung: Sofern Sie als Nutzer personenbezogene Daten bei der Nutzung von ChatGPT eingeben, ist es möglich, dass dadurch sensible Informationen mit ChatGPT geteilt werden, welche dann auf den Servern von ChatGPT gespeichert und verarbeitet und letztlich zur Gefährdung von wichtigen Daten eines Unternehmens und mithin zu einer Datenschutzverletzung führen können. 
  • Speicherung von Daten: Es muss klar sein, dass die KI alle von Ihnen eingegebenen Daten bei ChatGPT für die weitere Nutzung speichert und für Trainingszwecke des Tools verwendet.  
  • Transparenz bei der Verarbeitung: Es ist aktuell kaum möglich, über die Transparenz von ChatGPT zu informieren, da nicht bekannt ist, ob und welche Daten auf welche Weise personenbezogene Daten von ChatGPT verarbeitet werden.  
  • Datenübermittlung in ein Drittland: Bei der Nutzung von ChatGPT dürfen Unternehmen nicht vergessen, dass der Serverstandort in den USA liegt und somit eine Übermittlung in ein Drittland zu erwarten ist.  

Fazit 

Der Einsatz von ChatGPT kann Vor- und Nachteile bringen. Eine sichere Möglichkeit und die gleichzeitige DSGVO-konforme Nutzung von ChatGPT ist aktuell schwer umsetzbar. Um die Sicherheitsrisiken bei der Verwendung von ChatGPT zu minimieren, sollte an erster Stelle eine Datenschutz-Folgeabschätzung durchgeführt werden, um die möglichen Auswirkungen der Datenverarbeitung festzustellen. Es ist dahingehend notwendig, alle Mitarbeitenden daraufhin zu sensibilisieren, keine Informationen in ChatGPT einzugeben, die mittelbar einen Personenbezug herstellen können. Darüber hinaus sollte bei der Nutzung der KI auf eine aktualisierte Datenschutzerklärung des jeweiligen Unternehmens geachtet werden, welche über die Nutzung von ChatGPT informiert. Um die Rechte und Pflichten zu schützen, sollte ein Unternehmen aber gerade auch darauf achten, einen detaillierten und geeigneten Vertrag mit ChatGPT abzuschließen.