KI im Bildungsbereich: Was der AI Act jetzt regelt

Geschrieben von Miriam Harringer, veröffentlicht am 26.08.2025

Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Bildungsalltags – ob bei Prüfungen, Lernanalysen oder digitalen Assistenzsystemen. Doch mit der EU-KI-Verordnung (AI Act) gelten neue Spielregeln, besonders für Hochrisiko-KI-Systeme.

Wo KI in der Bildung kritisch wird

KI-Anwendungen, die über Prüfungen, Zulassungen oder Bewertungen entscheiden, gelten laut AI Act in den meisten Fällen als Hochrisiko-Systeme. Sie müssen diskriminierungsfrei, transparent und nachvollziehbar funktionieren. Bildungseinrichtungen sind verpflichtet, Risiken zu analysieren, Qualität der Daten zu prüfen und menschliche Aufsicht sicherzustellen.

Neue Chancen durch klare Regeln

Didaktische Tools wie adaptive Lernsoftware, intelligente Nachhilfeassistenten oder automatisiertes Feedback gewinnen an Vertrauen – gerade weil der AI Act Anforderungen an Fairness und Nachvollziehbarkeit definiert. Auch Inklusion profitiert: KI kann Prüfungen barriereärmer gestalten oder über Spracherkennung mehr Teilhabe ermöglichen.

Beispiele aus der Praxis:

  • KI-basierte Bewertung von Hausarbeiten
  • Automatisierte Lernstandsanalysen
  • Intelligente Stundenplan-Optimierung
  • Chatbots für organisatorische Anfragen von Studierenden
  • Sprachanalyse-Tools für individuelles Aussprachetraining
  • Frühwarnsysteme zur Erkennung von Lernabbrüchen

Fazit:

Sobald KI-Tools in diesen Bereichen eigenständig Entscheidungen treffen und diese Auswirkungen für die Rechte und Freiheiten der Personen haben, sollte man die Nutzung des KI-Tools vor dem Einsatz kritisch prüfen. Das ist im Anhang III, Nr. 3 KI-VO festgehalten, denn nur dann gelten die Systeme als hochriskant.

Der AI Act sorgt somit für klare Leitplanken im KI-Einsatz an Schulen und Hochschulen. Das Ziel: Technik nutzen, ohne Chancengleichheit, Datenschutz oder pädagogische Verantwortung aufs Spiel zu setzen.

Veröffentlicht am 26. August 2025

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