Datenpanne in Berlin: Schöffenlisten jahrelang versehentlich online
Geschrieben von Kemal Webersohn, veröffentlicht am 24.02.2026In Berlin waren fast 900 Namen von Schöffen-Kandidatinnen und -Kandidaten über einen langen Zeitraum öffentlich im Internet abrufbar. Der Hintergrund dieser Panne ist auf einen internen Fehler zurückzuführen.
Wie kam es zur Veröffentlichung der Schöffenlisten?
Die Listen wurden bereits im März 2023 im Zuge von Bezirksbeschlüssen veröffentlicht und blieben dort über Jahre hinweg für jeden zugänglich. Eigentlich sieht das Verfahren vor, dass diese sensiblen Daten ausschließlich in gedruckter Form für einen begrenzten Zeitraum zur Einsicht ausgelegt werden.
Durch einen internen Fehler gelangten die Dokumente jedoch auf die Webseite des Bezirksamts. Der Berliner Datenschutzbeauftragte wurde erst im Januar 2026 über den Vorfall informiert.
Fazit
Dieser Vorfall macht deutlich, dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen. Die entscheidende Instanz ist in den allermeisten Fällen der Mensch am Arbeitsplatz.
Dass die Veröffentlichung über Jahre unentdeckt blieb, deutet darauf hin, dass die Mitarbeitenden in der Verwaltung dringend regelmäßiger zum Datenschutz sensibilisiert werden müssen.
Denn nur, wenn ein geschärftes Bewusstsein für den Umgang mit personenbezogenen Daten vorhanden ist, fallen solche Unregelmäßigkeiten im Arbeitsalltag frühzeitig auf.
Sprechen Sie uns gerne an, bei Fragen zu Datenpanne in Berlin: Schöffenlisten jahrelang versehentlich online


Kemal Webersohn,
Geschäftsführer der WS Datenschutz GmbH und seit über zehn Jahren im Datenschutz und in der Informationssicherheit tätig.
Er schreibt außerdem auf unserem Blog zu Themen rund um Datenschutz, Informationssicherheit und die KI-Verordnung.
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